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Jagdschein-üben

Prüfungsinfo

Jägerprüfung: Ablauf, Fragen, Bestehensgrenze

Die Jägerprüfung ist die Voraussetzung für den ersten Jagdschein. Den Rahmen setzt das Bundesjagdgesetz (BJagdG). Aufbau, Fragenzahl, Bestehensregeln, Gebühren und Kurspflicht regelt jedes Land selbst. Deshalb sieht die Prüfung in Hannover anders aus als in München oder Düsseldorf.

Diese Seite fasst den Stand vom 26.09.2026 zusammen. Angaben, die nur aus Sekundärquellen wie Jagdschulen oder Verlagen stammen, sind gekennzeichnet – gleiche sie vor der Prüfung mit deiner Prüfungsstelle ab. Einzelheiten je Land stehen auf den Länderseiten.

Stand 26.09.2026

Rechtsgrundlage

Nach § 15 Abs. 5 BJagdG hängt die erste Erteilung eines Jagdscheins davon ab, dass du in Deutschland eine Jägerprüfung bestanden hast. Sie besteht aus einem schriftlichen Teil, einem mündlich-praktischen Teil und einer Schießprüfung.

Geprüft werden ausreichende Kenntnisse der Tierarten, der Wildbiologie, der Wildhege, des Jagdbetriebs, der Wildschadensverhütung, des Land- und Waldbaus, des Waffenrechts, der Waffentechnik, der Führung von Jagdwaffen einschließlich Faustfeuerwaffen, der Führung von Jagdhunden, der Behandlung des erlegten Wildes, der Beurteilung des Wildbrets als Lebensmittel sowie des Jagd-, Tierschutz-, Naturschutz- und Landschaftspflegerechts.

Das Gesetz bestimmt außerdem: „mangelhafte Leistungen in der Schießprüfung sind durch Leistungen in anderen Prüfungsteilen nicht ausgleichbar“. Die Länder können die Zulassung vom Nachweis einer theoretischen und praktischen Ausbildung abhängig machen (§ 15 Abs. 5 Satz 2 BJagdG). Wer 16 oder 17 Jahre alt ist, erhält nur einen Jugendjagdschein (§ 16 BJagdG).

Schriftliche Prüfung je Land

„Belegt“ heißt: aus Prüfungsordnung oder Angaben der Prüfungsstelle. „Sekundärquelle“ heißt: aus Angaben von Jagdschulen oder Verlagen, der Normtext wird noch geprüft.

LandFragen und ZeitAntwortformatBestehen schriftlichStand der Angabe
Niedersachsen5 Fachgebiete × 20 = 100 Fragen, je Fachgebiet 30 Min.Mehrfachauswahl, 1 oder 2 Antworten richtigje Fachgebiet mindestens Note 4 (28 von 40 Punkten)belegt
Baden-Württemberg5 Fächer × 25 = 125 Fragen, 150 Min.Mehrfachauswahl; unvollständige Antwort zählt als falschmindestens 13 vollständig richtige je Fachbelegt
Bayern100 Fragen, 100 Min. (je 16 aus Sachgebiet 1–5, 20 aus Sachgebiet 6)Antwort-Wahl aus dem veröffentlichten Kataloghöchstens 25 Fragen falschbelegt
Nordrhein-Westfalen4 Sachgebiete × 25 = 100 Fragen, höchstens 2 Std.Ankreuzfragenmindestens 14 je Sachgebiet oder mindestens 70 insgesamt mit mindestens 14 in Sachgebiet 1belegt
Rheinland-Pfalzbis 31.03.2027: 6 Sachgebiete × 20 = 120 Fragen, höchstens 6 Std.; ab 01.04.2027 neues Rechtwird geprüftbis 31.03.2027: keine Note 6, höchstens eine Note 5altes Recht belegt, neues Recht in Vorbereitung
Thüringen4 Sachgebiete × 25 = 100 Fragen, 120 Min.3 Antworten, 1 richtigmindestens 18 richtige je SachgebietSekundärquelle
Saarland5 Sachgebiete × 24 = 120 Fragen, 120 Min.5 Antworten (A–E), 1 richtigmindestens 17 von 24 je Sachgebietbelegt
Schleswig-Holstein4 Fachgebiete × 20 = 80 Fragen, 180 Min.Mehrfachauswahl oder ausführliche Antwortenwird geprüftSekundärquelle
Hessen4 Sachgebiete × 25 = 100 Fragen, 2 Std. (je 20 aus dem Katalog, 5 weitere)Mehrfachauswahl, mehrere richtig möglich; Punkt nur bei vollständig richtiger Auswahlmindestens 18 von 25 je Sachgebietbelegt (seit 01.04.2026)
Brandenburg6 Sachgebiete × 15 = 90 Fragen, 120 Min.Ankreuzen, bis 20 % offene Fragenmindestens 9 von 15 je Sachgebietbelegt
Mecklenburg-Vorpommern5 Fächer × (15 Mehrfachauswahl + 10 offene) = 125 Fragen, 150 Min.gemischtNoten, bestanden ab Note 4Sekundärquelle
SachsenZufallsfragen aus dem Katalog, 4 Fächer, 2 Std., am PCAntwort-Wahlmindestens 75 % in Waffenkunde und Recht, 60 % in den übrigen Fächernbelegt
Sachsen-Anhalt7 Sachgebiete × 20 = 140 FragenMehrfachauswahl mit 1–5 vorgegebenen Antworten, Punkte 2/1/0Jagdwaffen mindestens 20 Punkte, übrige mindestens 14Sekundärquelle
Hamburg6 Sachgebiete × 15 = 90 Fragen, 180 Min.3 Antwortenmindestens 8 von 15 je SachgebietSekundärquelle
Berlin5 Sachgebiete × 20 = 100 Fragen, höchstens 180 Min. (140 Min. bei Antwort-Wahl)Antwort-Wahl oder freimindestens 13 richtige je Sachgebietbelegt
Bremen7 Fachgebiete × 20 = 140 Fragen, 210 Min.frei oder Mehrfachauswahlmindestens 20 Punkte je FachgebietSekundärquelle

Reihenfolge, Schießprüfung und mündlich-praktischer Teil

Die Reihenfolge der Teile unterscheidet sich. In Bayern folgt auf den schriftlichen Teil der mündliche, dann der praktische; den nächsten Teil erreichst du nur nach Bestehen des vorigen. In Brandenburg eröffnet der schriftliche Teil den Prüfungszyklus. Im Saarland und in Niedersachsen beginnt die Prüfung mit dem Schießen. In Baden-Württemberg legt die Prüfungsstelle die Reihenfolge fest.

Unsichere Waffenhandhabung kann die Prüfung sofort beenden. In Nordrhein-Westfalen gilt die Schießprüfung dann als nicht bestanden, in Hessen führt ein Sicherheitsmangel zum Ausschluss von der gesamten Prüfung, in Baden-Württemberg ist die Handhabungsprüfung Teil der Schießprüfung.

Beispiele für Schießleistungen: In Nordrhein-Westfalen brauchst du mit 5 Schuss sitzend aufgelegt auf die Rehbockscheibe mindestens 40 Ringe, auf den flüchtigen Überläufer mindestens 2 Treffer und mit der Flinte mindestens 3 Tauben oder 5 Kipphasen. In Bayern sind es 4 Schuss auf die Rehbockscheibe mit mindestens 3 Treffern im 8. bis 10. Ring.

Der mündlich-praktische Teil prüft im Gespräch und am Objekt: Präparate, Waffen, Pflanzen, Rechtsfälle. In Nordrhein-Westfalen prüft man in Gruppen von höchstens drei Personen etwa 30 Minuten je Person; bestanden ist der Teil in drei von vier Sachgebieten, darunter Sachgebiet 1 und 3. In Baden-Württemberg müssen alle fünf Fächer bestanden sein.

Zulassung und Ausbildung

Mindestalter für die Prüfung: 15 Jahre in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und im Saarland, 15 Jahre und 6 Monate in Niedersachsen, 16 Jahre in Hessen (oder Vollendung binnen zwei Monaten nach dem Prüfungstermin). Den Jagdschein selbst gibt es frühestens mit 16 als Jugendjagdschein (§§ 16, 17 BJagdG).

Weitere Nachweise hängen vom Land ab, zum Beispiel ein Führungszeugnis, ein Schießnachweis oder in Nordrhein-Westfalen die Schulung zur kundigen Person.

LandAusbildung vor der PrüfungStand der Angabe
Niedersachsenseit 26.06.2026 Nachweis einer theoretischen und praktischen Ausbildung (§ 23 NJagdG); Umfang wird geprüftbelegt
Baden-WürttembergLehrgang mindestens 130 Std. plus Schießausbildungbelegt
Bayernmindestens 120 Std. (davon mindestens 60 praktisch) plus Schießausbildung mit Leistungsnachweisenbelegt
Nordrhein-Westfalenkeine Kurspflichtbelegt
Rheinland-Pfalzbis 31.03.2027: Lehrgang oder mindestens 6 Monate Mentorin oder Mentor; danach neues Rechtbelegt bis 31.03.2027
Thüringenmindestens 130 Std. (60 praktisch) plus Schießausbildungbelegt
Saarland120 Unterrichtseinheiten, davon bis zu 80 als Fernunterrichtbelegt
Schleswig-Holsteinrund 120 Std. laut Landesjagdverband; Rechtspflicht wird geprüftSekundärquelle
HessenPflichtpraxis: Übungsschießen, 2 Gesellschaftsjagden mit Aufbrechen, 1 Hundeprüfung, Fallenjagdlehrgang, 2 Exkursionenbelegt
Brandenburgmindestens 150 Std.; jagdpraktisch mindestens 1 Jahr Praxis oder 40-Std.-Lehrgangbelegt
Mecklenburg-Vorpommernmindestens 130 Std. (Landesjägerschaft, Jägerschule oder einjähriges Mentorenprogramm) plus Schießausbildungbelegt
Sachsenmindestens 120 Std. (Landwirte und vergleichbare Berufe 90 Std.)belegt
Sachsen-Anhaltin den Quellen widersprüchlich, wird geprüftSekundärquelle
HamburgLehrgangsbescheinigung über mindestens 120 Std. Theorie an einer anerkannten Jagdschulebelegt
Berlinkeine Kurspflichtbelegt
Bremenmindestens 154 LehrstundenSekundärquelle

Termine und Anmeldung

Nordrhein-Westfalen: schriftliche Prüfung landesweit am Montag der letzten vollständigen Aprilwoche um 15 Uhr; der Antrag muss spätestens zwei Monate vorher bei der unteren Jagdbehörde sein. In Bochum lagen 2026 schriftlicher Teil, Schießen und mündlich-praktischer Teil zwischen dem 20. und 24.04., Anmeldeschluss war der 20.02.2026.

Bayern: vier Termine im Jahr, 2026 am 10.02., 12.05., 11.08. und 10.11.; Anmeldeschluss vier Wochen vor dem schriftlichen Teil. Baden-Württemberg: Termine im Februar, Mai, Juli, September und November, Anmeldung vier Wochen vorher. Berlin: einmal jährlich zwischen Februar und April, Antrag bis 15.01. (für eine zweite Prüfung im Jahr bis 15.07.). Hamburg: sechs Termine im Jahr. Brandenburg: Anmeldung zwei Monate vor dem schriftlichen Teil. Saarland: Antrag mindestens fünf Wochen vorher. Mecklenburg-Vorpommern: Anmeldung mindestens zwei Wochen vorher.

In den übrigen Ländern nennt die Prüfungsstelle die Termine.

Gebühren

Für die übrigen Länder liegt keine geprüfte Angabe vor; die Prüfungsstelle nennt die Gebühr. Dazu kommen die Kosten der Ausbildung, der Schießausbildung und später des Jagdscheins und der Jagdhaftpflichtversicherung.

LandPrüfungsgebührQuelle
Hamburg208 €Landesjagdverband Hamburg
Berlin250 € (eingeschränkte Prüfung 200 €)service.berlin.de
Bayern280 €LMG Bayern
Saarland280 € (Lehrgang 1.190 €)Vereinigung der Jäger des Saarlandes
Mecklenburg-Vorpommern280 € (Wiederholung je Teil 95 €)Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg333,20 € (Wiederholung 216,58 €)Landesjagdverband Brandenburg
Baden-Württemberg375 € (Wiederholung Schießen 155 €, schriftlich 70 €, mündlich-praktisch 150 €)Landesjagdverband Baden-Württemberg

Änderungen 2024–2026

Diese Änderungen sind in Jagdschein-üben berücksichtigt. Fragensammlungen, die vor April 2026 entstanden sind, sind beim Wolf veraltet.

DatumÄnderung
31.10.2024Waffengesetz: Messerverbot bei öffentlichen Veranstaltungen (§ 42 Abs. 4a), Waffen- und Messerverbotszonen (§ 42 Abs. 5), Verbot im öffentlichen Personenfernverkehr (§ 42b), Kontrollbefugnis (§ 42c), erweiterte Behördenabfragen (§§ 5, 6)
09.07.2025Rheinland-Pfalz: neues Landesjagdgesetz verkündet, in Kraft ab 01.04.2027
22.08.2025Berlin: neue Jagdzeiten, u. a. Rehbock und Schmalreh 01.04.–31.05. und 01.08.–31.01., Altfuchs 01.11.–31.01.
09.12.2025Nordrhein-Westfalen: geänderte Durchführungsverordnung zum Landesjagdgesetz gilt
26.03.2026Bayern: BayJG, AVBayJG und Prüfungsordnung JFPO geändert
01.04.2026Hessen: neues Prüfungsformat, 4 × 25 Fragen, mindestens 18 je Sachgebiet
02.04.2026Bund: Wolf wird jagdbares Wild (BGBl. 2026 I Nr. 87), neue §§ 22b–22f BJagdG
26.06.2026Niedersachsen: neues Landesjagdgesetz, Ausbildungsnachweis für die Zulassung (§ 23 NJagdG)
01.07.2026Wolf: erste Jagdzeiten nach Managementplan bzw. Allgemeinverfügung in Hessen und Niedersachsen
01.04.2027Rheinland-Pfalz: neues Landesjagdgesetz und neue Landesjagdverordnung; Mecklenburg-Vorpommern: bei Schalenwild Verbot von Munition, die mehr Blei abgibt als nach dem Stand der Technik
noch offenEU: Verbot von Bleischrot bei der Jagd auch außerhalb von Feuchtgebieten mit 7 Jahren Übergangsfrist geplant; noch nicht in Kraft (Stand 26.09.2026)

Zahlen zur Prüfung

Laut Deutschem Jagdverband haben 2024 bundesweit 21.104 Personen die Jägerprüfung abgelegt; 26 Prozent sind im ersten Anlauf gescheitert. 2023 waren es 22.248 Prüflinge, 23 Prozent fielen durch.

Die meisten Prüflinge hat Niedersachsen: 5.563 im Jahr 2025, davon 17 Prozent nicht bestanden. In Baden-Württemberg haben 2025 von 2.926 Prüflingen 61 Prozent bestanden; von den 1.133, die nicht bestanden, scheiterten 666 allein im mündlich-praktischen Teil.

Typische Fehler

Den Wolf als Hochwild einordnen. Er steht seit dem 02.04.2026 als Haarwild in § 2 Abs. 1 Nr. 1 BJagdG. Weil § 2 Abs. 4 ihn nicht nennt, gehört er zum Niederwild.

Beim Halbautomaten von „zwei Patronen im Magazin“ ausgehen. § 19 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c BJagdG verbietet das Schießen mit halbautomatischen Langwaffen, die mit insgesamt mehr als drei Patronen geladen sind.

Aufbrechen und Kühlen verwechseln. Großwild ist so schnell wie möglich aufzubrechen; abgekühlt sein muss es alsbald auf höchstens +7 °C (Anlage 4 Tier-LMHV).

Jagdzeiten aus einem anderen Land lernen. Jagdzeiten stehen in der Bundesverordnung und im Landesrecht; in der Prüfung gilt dein Land.

Mit alten Fragensammlungen lernen, die den Wolf, das hessische Format oder die Waffenrechtsänderungen von 2024 nicht kennen.

Vorbereitung in 12 Wochen

Ein Lernplan über 12 Wochen mit rund sechs Stunden pro Woche ist ein guter Rahmen, wenn du neben Beruf oder Schule lernst. Wer einen Kurs besucht, lernt begleitend dazu.

Wochen 1 bis 7: Kernmodul – Wildbiologie und Wildarten, Waffen und Waffenrecht, Jagdrecht, Wildbrethygiene, Hunde, Hege und Naturschutz. Ab Woche 4 kommen jede Woche ein bis zwei Lektionen aus deinem Landesmodul dazu. Täglich zehn Minuten Bildkarten halten Arten, Spuren und Pflanzen frisch.

Ab Woche 8: Prüfungssimulationen im Format deines Landes, Auswertung nach Sachgebieten, gezieltes Nacharbeiten. In den letzten Wochen übst du den mündlich-praktischen Teil mit offenen Fragen und Musterantworten. Schießen und Waffenhandhabung trainierst du parallel auf dem Schießstand.

Quellen

Wie sicher sitzt dein Wissen?

Zehn Fragen im Prüfungsstil, mit Erklärung. Ohne Anmeldung.

10 Fragen kostenlos
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