Darum geht es
Wildbiologie ist das Fach mit den meisten Einzelfakten. § 15 Abs. 5 BJagdG nennt Tierarten und Wildbiologie ausdrücklich als Prüfungsstoff. In der schriftlichen Prüfung kommen Fragen zu Körperbau, Fortpflanzung, Lebensraum und Verhalten; im mündlich-praktischen Teil sollst du Präparate, Trophäen, Spuren und Federn ansprechen und erklären.
Wer die Grundlagen versteht, merkt sich die Details leichter. Warum setzt das Reh erst im Frühsommer, obwohl die Blattzeit im Hochsommer liegt? Warum wirft der Rehbock sein Gehörn ab, der Muffelwidder seine Schnecken aber nicht? Was unterscheidet Wiederkäuer vom Schwarzwild?
Kernwissen
Diese Grundbegriffe tragen durch das ganze Fach:
- Einteilung nach dem BJagdG: Haarwild und Federwild (§ 2 Abs. 1). Schalenwild sind Wisent, Elch-, Rot-, Dam-, Sika-, Reh-, Gams-, Stein-, Muffel- und Schwarzwild (§ 2 Abs. 3). Hochwild ist Schalenwild außer Rehwild, dazu Auerwild, Steinadler und Seeadler; alles übrige Wild ist Niederwild (§ 2 Abs. 4).
- Wiederkäuer und Allesfresser: Hirschartige, Gams-, Stein- und Muffelwild sind Wiederkäuer mit vierteiligem Magen aus Pansen, Netzmagen, Blättermagen und Labmagen. Schwarzwild ist Allesfresser mit einhöhligem Magen.
- Äsungstypen: Rehwild wählt als Konzentratselektierer energiereiche Knospen, Triebe und Kräuter. Rotwild ist ein Mischäser und nimmt auch viel Gras. Das erklärt, warum Rehwild selektiv verbeißt und warum Hegemaßnahmen je Wildart verschieden aussehen.
- Geweih und Horn: Hirschartige tragen ein Geweih aus Knochen, das jedes Jahr abgeworfen und neu geschoben wird; beim Reh heißt es Gehörn. Während des Wachstums ist es von Bast umgeben, danach wird gefegt. Hornträger wie Gams-, Stein- und Muffelwild tragen Hörner auf einem Knochenzapfen, die zeitlebens weiterwachsen und nicht abgeworfen werden.
- Paarungszeiten: Beim Rotwild heißt sie Brunft, beim Rehwild Blattzeit (Juli und August), beim Schwarzwild Rauschzeit, beim Fuchs Ranz, beim Feldhasen Rammelzeit, beim Federwild Balz.
- Keimruhe beim Reh: Nach der Blattzeit entwickelt sich der befruchtete Keim zunächst kaum weiter. Erst ab etwa Ende Dezember wächst der Embryo. Die Kitze kommen im Mai oder Juni zur Welt – in der Zeit mit dem besten Äsungsangebot.
- Haarwechsel: Reh- und Rotwild tragen im Sommer eine kurze, rötliche Sommerdecke und im Winter eine dichte, graubraune Winterdecke.
- Jägersprache: Viele Körperteile haben beim Wild eigene Namen, zum Beispiel Lichter (Augen), Lauscher (Ohren beim Schalenwild), Läufe (Beine), Schweiß (Blut) und Losung (Kot). In der Prüfung wird Jägersprache erwartet – immer zusammen mit dem Sachwissen dahinter.
Selbst prüfen
Übungsfragen zu Wildbiologie: Grundlagen für die Jägerprüfung
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Wie heißt die Paarungszeit des Rehwildes?
Welche Wildarten tragen Hörner, die nicht jährlich abgeworfen werden?
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Welche dieser Wildarten gehört nach § 2 Abs. 4 BJagdG nicht zum Hochwild?
Warum setzt eine im Sommer beschlagene Ricke erst im Mai oder Juni des Folgejahres?
Kein offizielles Angebot der Prüfungsstellen. Übungsfragen eigener Erstellung. Rechtsstand 26.09.2026.